Vier Gründe warum öffentliche BeschafferInnen KMU verstärkt berücksichtigen sollten!
- Das volle Marktpotential kann nur unter Einbeziehung von KMU genutzt werden.
- KMU sichern die Nahversorgung und schaffen überdurchschnittlich viele Jobs.
- Die Flexibilität und Innovationskraft von KMU ist überraschend hoch.
- Der EU Small Business Act 2008 sieht vor, dass KMU besser an das öffentliche Auschreibungswesen herangeführt werden sollen.
Der Hintergrund
Eine optimale Gestaltung des Binnenmarktes ist für die Europäische Union und für die Verwirklichung der Ziele von Lissabon von zentraler Bedeutung. Die Optimierung der öffentlichen Beschaffungsmärkte in Bezug auf die Prinzipien der Transparenz, Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung hat dabei hohe Priorität. Die Handlungsbasis stellen dafür die EU Vergaberichtlinien und das EU Beihilfenrecht dar. Diese sollen einen möglichst freien und fairen Wettbewerb sichern und damit die wirtschaftliche Entwicklung im gesamten EU Raum unterstützen.
In der Praxis zeigt sich jedoch, dass kleine und mittlere Unternehmen (99,8 % aller Unternehmen in der EU sind KMU) nicht ausreichend Zugang zu den öffentlichen Beschaffungsmärkten finden. Ursachen sind schwierige rechtliche und verfahrenstechnische Regelungen, fehlendes Wissen und Ressourcen bei den KMU und manchmal auch zu geringe Information über die Auftragsmöglichkeiten. Dadurch können KMU ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten zur Stärkung ihrer Wettbewerbsposition nur eingeschränkt nutzen und andererseits steht den öffentlichen Auftraggebern das vorhandene Potential für Innovation und Wettbewerb nicht ausreichend zur Verfügung.
Mit dem Projekt FIT im Wettbewerb fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und die Wiener Wirtschaftskammer Maßnahmen, die für alle Beteiligten gleiche Voraussetzungen schaffen. damit allen Unternehmen – unabhängig von deren Größe und Herkunftsland – gleiche Erfolgschancen haben.[1]
Optionen zur KMU freundliche Beschaffung
Option 1
in der Beschaffungsstrategie des Auftraggebers
- Regelmäßige vorvergabliche Dialoge mit Bietern zur Markterkundung
(insbesondere bei innovativen Leistungen und Produkten) - Frühzeitige umfassende Information über Auftragsmöglichkeiten
(zB über das Beschaffungsprofil) - Aufteilung von größeren Aufträgen in regionale Lose
- Sicherung ausreichender Marktkenntnis in den Beschaffungsgruppen
- Vertragslaufzeiten nicht überschießend wählen
Option 2
im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens
- Aufteilung von Aufträgen in Lose
- Rahmenvereinbarungen mit kleineren Abrufmengen
- Zulassen von Alternativangeboten und Bietergemeinschaften
- Verwendung von einheitlichen Musterformularen
- Keine überschießenden Eignungskriterien (insbesondere
notwendige Vorerfahrung) - Umfassende Begründung für nicht erfolgreiche Bieter geben (feedback!)
Option 3
durch gezielte Informationsarbeit
- Bekanntmachung zusätzlich in regionalen Medien
- Rasche und umfassende Beantwortung von Bieteranfragen
- Checklisten in die Ausschreibungsunterlagen integrieren
Option 4
Mittels Anbieter Entwicklung
- Unterstützung bei der Bildung von Bietergemeinschaften
- Angebot von Workshops zur Information über öffentliche
Beschaffungsverfahren und Vergaberecht - Beratungsleistungen zur Verbesserung der Performance
Fit im Wettbewerb Foren für BeschafferInnen
Für MitarbeiterInnen in der öffentlichen Beschaffung bestand 2010 die Möglichkeit am Forum Fit im Wettbewerb – KMU freundliche Beschaffung teilzunehmen. Im Forum wurde know-how zum Thema KMU freundliche Beschaffung vermittelt, Fallbeispiele vorgestellt und es bestand die Möglichkeit zum Austausch mit interessierten BeschafferInnen. Ergebnisse der Foren:
Hier geht es kurzgefasst zu den Ergebnissen der beiden Foren.